Der Flexera 2026 State of the Cloud Report zeigt, wie Unternehmen ihre Cloud-Nutzung neu ausrichten: Weg von isolierten Technologieentscheidungen, hin zu messbarem Geschäftswert, klarer Governance und beherrschbarer Komplexität.
Gerade in Deutschland stehen Unternehmen unter besonderem Druck: steigende Kosten, hohe Anforderungen an Transparenz und Compliance sowie gewachsene hybride IT-Landschaften. Der Report macht deutlich, warum Hybrid Cloud zur strategischen Realität geworden ist, wie sich FinOps und Cloud Governance etablieren und welche Rolle KI dabei spielt – nicht als Selbstzweck, sondern als Teil einer steuerbaren, wirtschaftlich tragfähigen IT-Strategie.
Die folgenden Erkenntnisse basieren auf einer weltweiten Befragung von 753 IT-Entscheider:innen und zeigen Trends, die besonders für deutsche Unternehmen relevant sind:
Fokus auf Geschäftswert statt reiner Kostensenkung: Der für Business Units gelieferte Mehrwert steigt deutlich, während reine Einsparziele an Bedeutung verlieren. Cloud-Investitionen werden zunehmend anhand von ROI und Geschäftsnutzen bewertet.
Generative KI wird produktiv eingesetzt – Governance wird zum Erfolgsfaktor: Nahezu alle Unternehmen nutzen GenAI, viele bereits im operativen Betrieb. Gleichzeitig wachsen Sicherheits-, Kosten- und Compliance-Anforderungen.
Hybrid Cloud als dominierendes Betriebsmodell: 73 % der Unternehmen setzen auf hybride Architekturen – ein Spiegelbild gewachsener IT-Landschaften mit On-Premises-, Cloud- und SaaS-Anteilen.
Steigende Kostenkomplexität: Nach Jahren des Rückgangs nimmt der Anteil nicht optimal genutzter Cloud-Ausgaben wieder zu. Ursache sind neue Services, KI-Workloads und fehlende Transparenz über Nutzung und Verantwortlichkeiten.
Die Cloud als Wertetreiber
Unternehmen entwickeln ihre Cloud-Strategien weiter: Weg vom reinen Kostenmanagement, hin zur gezielten Steuerung von Geschäftswert. Der Report zeigt eine klare Verschiebung der Prioritäten: Der für Business Units gelieferte Wert ist im Jahresvergleich um 12 Prozentpunkte gestiegen, während Kosteneffizienz und reine Einsparungen an Bedeutung verloren haben.
Fast die Hälfte der Unternehmen (49 %) nutzt inzwischen Unit-Economics-Modelle, um Kosten pro Service transparent zu machen und Cloud-Ausgaben mit konkreten Geschäftsergebnissen zu verknüpfen. Dieser Ansatz gewinnt besonders in deutschen Organisationen an Bedeutung, in denen Cloud-Investitionen zunehmend gegenüber Management und Fachbereichen begründet werden müssen.
Der Report macht deutlich: Cloud-Erfolg bedeutet nicht mehr, Budgets zu kürzen, sondern den wirtschaftlichen Beitrag der Cloud messbar und steuerbar zu machen.
KI-Einführung Schneller – aber mit Sicherheits- und Compliance-Bedenken
Generative KI ist im Unternehmensalltag angekommen. Alle befragten Unternehmen geben an, GenAI in irgendeiner Form zu nutzen, fast die Hälfte setzt sie bereits umfassend ein.:
Gleichzeitig wächst der Bedarf an klarer Steuerung und Kontrolle. Der Report zeigt, dass insbesondere große Unternehmen reagieren: 85 % verfügen über ein dediziertes Team oder eine verantwortliche Rolle für die KI-Governance. Sicherheits-, Kosten- und Compliance-Fragen rücken damit gleichberechtigt neben Innovationspotenziale. Für deutsche Unternehmen wird deutlich: Der produktive Einsatz von KI erfordert klare Verantwortlichkeiten, transparente Kostenstrukturen und verbindliche Governance-Frameworks.
IT-Komplexität steigt – Hybrid Cloud als Realität
Hybrid Cloud bleibt das dominierende Architekturmodell moderner IT-Landschaften. 73 % der Unternehmen betreiben hybride Umgebungen – ein weiterer Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Auch die Nutzung von Multi-Cloud-Ansätzen nimmt weiter zu.
Diese Entwicklung spiegelt die Realität vieler deutscher Unternehmen wider: Gewachsene On-Premises-Strukturen, SaaS-Verbreitung, parallele Migrationen und Cloud-Rückführungen erhöhen die Komplexität der IT-Steuerung.
Der Report zeigt, dass Hybrid Cloud kein Übergangsmodell ist, sondern ein dauerhafter Zustand, der Transparenz, klare Governance und eine zentrale Steuerung erfordert.
Cloud-Kostendruck verstärkt sich
Nach mehreren Jahren des Rückgangs ist der Anteil nicht optimal genutzter Cloud-Ausgaben wieder gestiegen. Aktuell gelten 29 % der Cloud-Ausgaben als verschwendet – ein deutliches Signal für wachsende Kostenkomplexität durch neue Services, KI-Workloads sowie IaaS- und PaaS-Angebote. Gleichzeitig nutzt weniger als die Hälfte der Unternehmen verpflichtungsbasierte Rabattmodelle wie Reserved Instances oder Savings Plans konsequent. Der Report macht deutlich: Kostenkontrolle in der Cloud ist weniger ein Einkaufsproblem als eine Frage fehlender Transparenz und Governance.
Für deutsche Unternehmen bedeutet das, Cloud-Kosten stärker als Steuerungsaufgabe zu begreifen und Ausgaben mit Nutzung und Geschäftswert zu verknüpfen.
Zentralisierung und Governance gewinnen an Dynamik
Um steigende Komplexität zu beherrschen, setzen Unternehmen zunehmend auf zentrale Steuerungsmodelle. 71 % betreiben inzwischen ein Cloud Center of Excellence (CCOE), und 63 % verfügen über ein dediziertes FinOps-Team.
Governance-Aufgaben werden dabei nicht mehr ausschließlich in Cloud- oder IT-Teams verortet, sondern beziehen auch Finance, Business Units und Software Asset Management ein. Dieser Trend ist besonders ausgeprägt in großen Organisationen mit komplexen IT-Landschaften. Der Report zeigt: Cloud wird zunehmend als strategisches Asset verstanden, das strukturierte Aufsicht, klare Rollen und transparente Entscheidungsprozesse erfordert.
Europa bei Nachhaltigkeit vorn
Während Nachhaltigkeitsinitiativen weltweit zuletzt zurückgingen, zeigt Europa eine gegenläufige Entwicklung. Der Anteil der Unternehmen mit strukturierten Nachhaltigkeitsprogrammen stieg hier von 43 % auf 47 %.
Weltweit sank der Anteil zwischenzeitlich auf 36 %, bevor er zuletzt wieder leicht auf 38 % anstieg.
Europa bildet damit eine Ausnahme und unterstreicht die stärkere institutionelle Verankerung von Nachhaltigkeit. Für deutsche Unternehmen wird deutlich: Nachhaltige Cloud-Nutzung ist eng mit Transparenz, messbarem Ressourcenverbrauch und belastbaren Reporting-Fähigkeiten verbunden.
Die Flexera 2026 State of the CloudUmfrage befragte im Winter 2025 insgesamt 753 technische Fachkräfte und Führungskräfte weltweit. Das Netzwerk umfasst Fachleute aus unterschiedlichen Branchen und Anwendungsbereichen. Flexera rekrutiert die Teilnehmenden aus einem unabhängig verwalteten Panel, das sorgfältig gepflegt wird und aus geprüften Personen mit detaillierten Profilen besteht. Alle Zahlen und Prozentangaben sind auf die nächste ganze Zahl gerundet.
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